"Interview mit einer Reproduktionsmedizinerin"

Lückentext

  

Lücken ausfüllen und anschließend Ergebnis mit "check" prüfen!
Beachte auch den Timer!

   andere      behandlung      die Finger davon lassen      die Spirale      ein Kind nicht bekommen      Eizellen      Embryos      fasziniert      gar nichts      gezüchtet      Heilung      helfe      hinnehmen      Hoffnung      implantieren      Insemination      international      Kliniken      kommerzielle      Krankheits      Krebs      Leidensweg      Medizinern      mitzumachen      nicht      nicht mehr anzuwenden      nicht mehr sterben      nicht schwanger wird      noch nötig      punktieren      Samenzellen      segensreiche      sie dann nicht anwenden      Sterilitäts      Technik      Unfug      uns selbst      von dem Paar      von Fremden      von Vorteil      Zellen      Zellen   

»Warum machen Sie Babys, Frau Doktor Mettler?« - Ein Interview
Die Kieler Medizinprofessorin Dr. Lieselotte Mettler, 1940 in Wien geboren, gehört zu Handvoll Spezialisten in der Welt, die die Technik des »Retortenbabys« auf den Weg gebracht haben.

Die neuen Techniken in der Medizin brachten Fragen auf an die vorher kaum jemand gedacht hatte. Was halten Sie zum Beispiel von Leihmüttern oder von tiefgefrorenen Embryos?
Generell . Aus innerer Überzeugung kommen für mich bestimmte Dinge von vornherein in Frage. Daher hin ich strikt gegen eine Leihmutterschaft, obwohl Ausnahmen innerhalb einer Familie mich gelegentlich zum Nachdenken, bringen. Ich kenne auch ein Paar - der Frau wurde mit neunzehn Jahren die Gebärmutter entfernt, weil sie von befallen war -, bei dem mir eine Leihmutterschaft nicht ausgeschlossen schiene. Die Schwester der jungen Frau, selbst Mutter mehrerer Kinder, würde dem Paar ein Kind austragen; Samen und Eizelle würden also stammen. Zur Tiefgefrierung: An unserer Klinik frieren wir und Eizellen ein, nicht aber . Da wollen wir die öffentliche Diskussion abwarten. Festhalten möchte ich aber, dass die Überlebenschancen bei Embryos besser sind als bei den einzelnen . Medizinisch gesehen wäre es wohl , wenn wir eine Frau nicht mehrfach hormonell stimulieren und müssten, um immer wieder reife zu gewinnen. Dann gibt es noch die rechtlichen Probleme bei der heterologen Insemination, der Eizell- oder Samenspende also, oder auch die Unsicherheit des Status von Kindern, die nicht von ihren Eltern abstammen. Solange all dies nicht geklärt ist, müssen wir . Verständnis hätte ich schon dafür, wenn ein Paar auf andere Weise kann. Eine heterologe wird von mir jedoch nicht durchgeführt.
Aber was Sie tun, ist doch schon der erste Schritt in diese Richtung. Warum machen Sie Kinder?
Weil mich, je älter ich werde, das Werden des Menschen . Auch sind dabei die Parallelen zur Krebstumor- hoch interessant. Beide wachsen, das Kind und der Tumor. Das Kind lebt wie in einer Kapsel im mütterlichen Körper, der Tumor zerstört. Ebenso verhindern zum Beispiel bei der Sterilität immunologische und andere Vorgänge zwischen Samen und Eizelle das werdende Leben. Im Übrigen »mache« ich ja nicht Kinder, ich höchstens mit meinen Fähigkeiten dazu. Wie der Mensch entsteht, das will ich wissen.
Es gibt immer wieder Stimmen, die selbst vor inzwischen so anerkannten Methoden wie der extrakorporalen Befruchtung warnen, weil sie letztendlich doch eine Gefahrfür den Menschen bedeuten könnte. Ist Missbrauch zu befürchten?
Die Leute, die da »Gefahr« herbeireden, haben sicher nie mit einer Frau gesprochen, die einen so langen hinter sich hat wie die meisten unserer Patientinnen, für die wir oder die anderen Teams, die das System der »Befruchtung im Labor« beherrschen, die letzte sind. Ich halte die extrakorporale Befruchtung für eine Methode in der -behandlung. Man kann natürlich sagen: Wenn Gott es so gegeben hat, dass ein Paar , dann muss man das eben . Man kann aber ebenso sagen: Wenn Gott die gegeben hat eine solche Störung zu beheben, warum sollen wir ? Wir haben Rahmenbedingungen erarbeitet, innerhalb deren wir die extrakorporale Befruchtung eingesetzt wissen wollen, etwa: nur bei strenger Indikationsstellung zur Sterilitätsbehandlung; die Gewissensentscheidung bleibt beim Paar; keine Manipulationen an Eizellen und Embryonen außerhalb der für die Therapie bei der In-vitro-Fertilisation notwendigen Schritte: nur an staatlich kontrollierten , ausgeführt von entsprechend qualifizierten und Biologen; vollständige Protokollierung durch zahlreiche Mitarbeiter. Damit kann man schon eine gehörige Menge ausschließen. Meinen Sie, unser Personal würde peinlich genau und kritisch nachfragen, was mit überzähligen Embryos geschieht, wenn wir welche verwenden würden?
Was halten Sie von einem Moratorium, einer Denkpause, die die Forscher und in der neu entstandene rechtliche und ethische Probleme gründlich werden sollen?
Nichts. Abgesehen davon, dass es in der Forschung und vor allem bei neuen Techriken kein Stehenbleiben gibt. Natürlich muss man sich der Gefahren, die diese bergen, bewusst sein. Aber die Methoden deshalb ist unsinnig. Wir müssen Grenzen und Richtlinien setzen und kontrolliert und durchsichtig weiterarbeiten. Es ist besser kontrolliert als der Entwicklung den Rücken zu kehren. Man muss sich die neuen Techniken vorsichtig aneignen und sie vorsichtig ausüben. Wenn wir die Augen zumachen, dann halten sie eben offen. Außerdem dienen unsere Forschungen ja der -bekämpfung - ein Neugeborenes von eintausend Gramm muss heute wie früher. Und so geht es auch Reproduktionsmedizin weiter. In der Bundesrepublik werden im Jahr etwa 250 000 Kinder abgetrieben. Frühabtreibungen durch Verhütungsmittel wie etwa noch gar nicht mitgezählt. Das sind dann nicht Vier- oder Achtzeller, wie wir sie , sondern Blastozyten mit mehr als 132 . Ich frage mich manchmal: Warum eigentlich soll ein Ehepaar nicht einen Vierzeller abgeben dürfen, damit daraus Knochenmarkszellen werden? Die könnte man nämlich zur von Blutkrebs einsetzen. Man ist noch nicht soweit, umfangreiche und zeitaufwendige Basisversuche mit Tieren sind dafür . Aber wäre so etwas wirklich so entsetzlich? [...]